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Paarshooting mit Janine und Tim in Ratingen

Was Storytelling meint

Storytelling heißt zunächst nur: Die Bilder einer Hochzeit ergeben zusammen eine Geschichte. Nicht dreißig schöne Einzelbilder, sondern eine Folge, die man von vorn bis hinten anschauen kann und dabei den Tag noch einmal erlebt. Das Getting Ready mit den nervösen Händen. Der Blick, den der Bräutigam wirft, wenn die Tür aufgeht. Die Oma, die beim Ja-Wort die Hand vor den Mund legt.

Eine Geschichte braucht Anfang, Mitte und Ende, und sie braucht Nebenfiguren. Deshalb fotografiere ich nicht nur euch. Ich fotografiere die Menschen, die euren Tag zu eurem Tag machen, und die kleinen Dinge dazwischen: das Schild, das schief hängt, den Hund, der unter dem Tisch schläft, die Schuhe, die um 23 Uhr neben der Tanzfläche stehen.

Was Storytelling nicht meint: einen bestimmten Look. Ein Preset macht aus dreißig Einzelbildern keine Geschichte. Es macht sie nur gleich braun.

Sieben Jahre Umweg

Ich habe angefangen wie viele: mit Posen. Ich hatte eine Liste im Kopf, Paar vor Baum, Paar im Gegenlicht, Braut allein am Fenster, und ich habe sie abgearbeitet. Die Bilder waren technisch in Ordnung. Sie sahen aus wie die Bilder aller anderen, und die Paare sahen darauf aus wie Fremde.

Der Wendepunkt war eine Hochzeit im dritten Jahr. Ich hatte das Paar zwanzig Minuten lang gestellt und war unzufrieden. Auf dem Rückweg zur Feier ist die Braut über eine Wurzel gestolpert, er hat sie aufgefangen, beide haben gelacht. Ich habe ausgelöst, ohne zu denken. Dieses Bild hängt bei den beiden heute im Flur. Keines der zwanzig gestellten.

Von da an habe ich weniger gestellt und mehr gewartet. Das ist schwerer, als es klingt. Warten heißt aushalten, dass zehn Minuten nichts passiert. Es heißt, das Paar in Ruhe zu lassen, statt Anweisungen zu geben, weil man selbst nervös wird.

Keine Action, keine Blitze

Es gibt eine Art Hochzeitsfotografie, die von Effekten lebt: Rauchbomben, Wunderkerzen, drei Blitze im Kreuz, das Paar in der Mitte wie auf einer Bühne. Das kann eindrucksvoll sein. Es hat nur nichts mit euch zu tun. Diese Bilder erzählen vom Fotografen und seiner Technik.

Ich arbeite mit dem Licht, das da ist. Das Fenster im Zimmer der Braut. Die tiefe Sonne um sieben. Eine einzelne Kerze beim Essen. Der Stil entsteht in dem Moment, in dem ich auslöse, in meiner Position und in der Entscheidung, welches Licht ich nutze. Nicht danach am Rechner.

Wie sich das an eurem Tag anfühlt

Ihr werdet mich am Anfang bemerken. Das ist normal, eine Kamera ist eine Kamera. Nach etwa einer Stunde hört das auf, weil ich nichts von euch will. Ich sage nicht „noch mal lachen“, ich stelle euch nicht um, ich bitte niemanden, in die Kamera zu schauen. Ich bin da, ein paar Meter entfernt, und arbeite.

Die einzige Ausnahme sind die Paarbilder. Dafür gehen wir zwanzig Minuten raus, weg von den Gästen, meist kurz vor Sonnenuntergang. Auch dort stelle ich nicht. Ich gebe eine Richtung vor und dann rede ich nicht mehr. Was zwischen euch passiert, wenn niemand zuschaut, ist das Bild.

Und die Gruppenbilder? Die machen wir, kurz und geordnet, mit einer Liste, die wir vorher zusammen geschrieben haben. Fünfzehn Minuten, dann ist das erledigt und alle dürfen wieder feiern.

Was das für die Bilder heißt

Ihr bekommt keine dreißig Bilder, sondern den Tag. Bei acht Stunden sind das meist zwischen vierhundert und sechshundert Bilder, alle bearbeitet, in einer Reihenfolge, die man von vorn bis hinten durchblättern kann. Manche sind unscharf, weil jemand gerannt ist. Manche sind dunkel, weil es dunkel war. Sie bleiben drin, wenn sie etwas erzählen.

Und ihr bekommt Bilder, die ihr nicht erwartet habt. Das ist für mich der Test, ob eine Reportage gelungen ist: Wenn ein Paar beim ersten Durchblättern stehen bleibt und sagt, das habe ich gar nicht gesehen.

Für wen das nichts ist

Ehrlich gesagt: Wenn ihr euch eine Liste mit zwanzig festen Motiven wünscht, die genau so aussehen sollen wie auf einer Pinnwand, bin ich nicht der Richtige. Es gibt Kollegen, die das sehr gut machen. Ich kann es auch, aber ich würde euch dabei etwas vorenthalten, das mir wichtiger ist.

Wenn ihr aber in zwanzig Jahren die Bilder aufschlagen und den Tag noch einmal hören wollt, mit allem, was daran laut und unordentlich und echt war, dann lasst uns reden.

Paarshooting mit Iris und Daniel in Dormagen
Termine 2026 / 2027 offen
Lasst uns reden

Erzählt mir
von eurem Tag.

Wann, wo, wie viele Menschen, und vor allem: wer seid ihr? Ich melde mich und wir sprechen ganz entspannt über euren Tag.