Meine Gesamteinschätzung
Schloss Hülchrath ist eine mittelalterliche Wasserburg am Gillbach, im Kern aus dem 12. Jahrhundert. Sie steht mitten im gleichnamigen Ortsteil von Grevenbroich, ist heute in Privatbesitz und lässt sich für eine Hochzeit komplett mieten. Aus meiner Sicht: wirklich traumhaft. Das liegt weniger am Gebäude als an dem, was drumherum liegt. Wiesen, Bäume, Wasser, alte Mauern – und dazwischen die Burg, die auf fast jedem Bild als Hintergrund funktioniert. Gefeiert wird je nach Größe im Rittersaal mit seinen Gewölbedecken, im Palas-Gewölbe, in der alten Schlossküche mit Terrasse oder in einem Zelt auf der Festwiese vor den Toren. Der Innenhof ist der Ort für den Empfang.

Das Licht draußen
Draußen wird es großartig. Rund um das Schloss liegen Wiesen, und bei schönem Wetter gibt es dort Gegenlicht, wie man es sich wünscht – mit der Burg im Hintergrund. Flares, also die Lichtreflexe, die entstehen, wenn man gegen die Sonne fotografiert, sind hier wunderbar umsetzbar. Was ich dort besonders mag:
Trauerweiden auf den nahe gelegenen Wiesen eine grüne Rasenfläche mit dem Schloss dahinter grüne Tore, durch die man hindurchfotografieren kann schöne Fassaden und alte Bäume
Dazu kommen Burgruinen, der Burggraben und die umliegenden Felder. Man muss hier nicht fahren und nicht suchen: Alles liegt in Gehweite, und es ist genug da für einen ganzen Nachmittag.
Das Licht drinnen
Hier muss ich ehrlich sein: Das Kellergewölbe ist schwierig. Ohne Blitz oder zusätzliches Licht ist dort kaum etwas zu machen – Available Light, also nur mit dem vorhandenen Licht zu arbeiten, funktioniert in diesen Räumen nicht. Ich blitze dort leicht und dezent auf, damit die Bilder trotzdem nach Abend aussehen und nicht nach Blitzlichtgewitter. Das ist kein Mangel der Location, sondern die Natur eines Gewölbes: dicke Mauern, kaum Fenster. Wer dort feiert, sollte wissen, dass die Abendbilder anders aussehen als die vom Nachmittag draußen. Die Tanzfläche unten ist schön groß, und das Gewölbe hat insgesamt ausreichend Platz. Es feiert sich gut da unten. Ein Hinweis, den ihr euren Gästen weitergeben solltet: Die Treppe hinunter ins Gewölbe ist unfassbar steil und unangenehm zu gehen. Ich bin dort schon zweimal fast gestürzt und passe mit der Ausrüstung jedes Mal besonders auf. Mit Ruhe geht es – aber in hohen Schuhen, mit einem langen Kleid oder nach ein paar Gläsern ist das eine echte Stelle. Sagt es den älteren Gästen vorher.
Die beste Tageszeit
Das Gegenlicht auf den Wiesen braucht eine tief stehende Sonne. Der beste Zeitpunkt für die Paarbilder ist deshalb der späte Nachmittag bis zur goldenen Stunde – im Hochsommer gegen halb neun, im September schon deutlich früher.Wir legen das vorher fest, weil es sonst im Zeitplan hinter der Torte landet. Zwanzig Minuten reichen; ich hole euch lieber zweimal kurz heraus als einmal lang.Mittags ist das Licht auf den freien Flächen hart. Dann arbeite ich im Schatten der Mauern und unter den Bäumen – das geht hier gut, weil beides direkt nebeneinander liegt.
Wenn es regnet
Bei Regen zieht die Trauung nach innen; das Palas-Gewölbe ist dafür die trockene Alternative, der Rittersaal ebenso. Für die Paarbilder heißt Regen hier nicht viel weniger, sondern nur anders: Torbögen, Durchgänge und der Innenhof geben Schutz und zugleich einen Rahmen. Nasses Mauerwerk wird dunkler und plastischer, und die Wiesen ringsum sehen bei grauem Himmel ruhiger aus, nicht schlechter. Was wegfällt, ist das Gegenlicht. Dafür bekommt ihr Bilder, die viele Paare am Ende lieber mögen als die sonnigen.
Buchung und Praktisches
Das Schloss lässt sich als Ganzes mieten – dann seid ihr an dem Tag allein dort. Die Raumgrößen gibt das Haus für etwa 100 Gäste im Rittersaal an, andere Bereiche wie die alte Schlossküche sind kleiner. Getraut wird standesamtlich über das Standesamt Grevenbroich; als Trauort dient der Hexenturm. Freie Trauungen finden im Schlossgarten, an den Burgruinen oder am Burggraben statt, mit dem Schloss im Hintergrund. Wer kirchlich heiraten möchte, hat St. Sebastianus direkt im Ort. Der Innenhof ist der Ort für den Empfang: Sekt, Grillen, erste Gespräche. Auf der Festwiese vor den Toren steht bei Bedarf ein Zelt. Und noch einmal die Treppe ins Gewölbe – das ist der eine Punkt, den ich jedem Paar hier vorher sage.




























