Meine Gesamteinschätzung
Der Elisenturm ist eine der schönsten Trauungen, die Wuppertal zu bieten hat, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. 1838 als Sternwarte erbaut, rund 21 Meter hoch, mitten im Botanischen Garten auf der Hardt. Oben im runden, rot marmorierten Kuppelsaal mit Stuckdecke finden etwa 40 Gäste Platz. Ich war mehrfach dort und sage es offen: Die Location ist eng, der Aufgang unbequem und der Zeitplan straff. Und trotzdem entstehen dort Bilder, die ich anderswo nicht bekomme. Der Grund ist das Licht, dazu weiter unten mehr. Gefeiert wird meist nebenan. Die Orangerie und das Café Elise liegen fußläufig im Botanischen Garten, und genau diese Nähe macht den Tag ruhig: kein Umzug, keine Fahrt, keine Gäste, die den Anschluss verpassen.

Das Licht draußen
Vor dem Turm ist Platz für einen kurzen Sektempfang. Stellt euch dabei etwas abseits: Nach euch kommt die nächste Gesellschaft, und die soll nicht durch eure Gruppe laufen müssen. Das lässt sich alles absprechen, man muss es nur vorher tun. Die eigentliche Kulisse liegt drumherum. Der Botanische Garten und der angrenzende Park sind großzügig, abwechslungsreich und zu jeder Jahreszeit bepflanzt, ich habe dort Paarshootings gemacht, die zum Schönsten gehören, was ich in Wuppertal fotografiert habe. Und ihr erreicht alles zu Fuß, direkt von der Trauung aus.
Das Licht drinnen
Das ist der eigentliche Grund, hier zu heiraten, und der Punkt, den sonst niemand erwähnt. Die Fenster liegen genau vor dem Paar. Während der Trauung habt ihr also Gegenlicht, und zwar ein sehr seltenes: weich, gerichtet, aus der richtigen Höhe. Wer damit umgehen kann, bekommt eine Ausleuchtung, die nicht nur euch trifft, sondern auch das Geschehen im Hintergrund, die Reaktionen eurer Gäste, die ihr selbst gar nicht seht. Gegenlicht ist technisch anspruchsvoll. Falsch belichtet werden daraus Silhouetten vor einem weißen Fenster. Richtig angestellt ist es das beste Licht, das ein Trauraum in Wuppertal hergibt. Das ist die Stelle, an der 15 Jahre Erfahrung den Unterschied machen, nicht die Kamera.
Die beste Tageszeit
Bei Liana und Dennis lag die Trauung am 11. September um 12:04 Uhr, die härteste Lichtzeit des Tages. Das Paarshooting haben wir auf 16:33 bis 18:24 Uhr gelegt, bei Sonnenuntergang um 19:56 Uhr. Vier Stunden Abstand, und genau das war richtig.
Für den Kuppelsaal gilt etwas anderes als für draußen: Dort braucht es kein Abendlicht, sondern Tageslicht durch die Fenster. Eine Trauung am Vormittag oder Mittag ist fotografisch also völlig in Ordnung, solange die Paarbilder später stattfinden.
Wenn es regnet
Hier ist der Elisenturm besser aufgestellt, als man denkt. Im angrenzenden Garten steht ihr an vielen Stellen unter Bepflanzung, die einen Teil des Regens abhält. Bei Nieselregen können wir dort in Ruhe weiterarbeiten, ohne dass jemand nass wird oder sich beeilen muss. Der Kuppelsaal selbst ist die zweite Möglichkeit. Wenn ihr vorher fragt, dürft ihr nach der Trauung noch kurz oben bleiben und ein paar Bilder machen. Rechnet aber mit wenigen Minuten, siehe unten.
Darauf würde ich achten
Drei Dinge, die euch niemand sagt. Die Wendeltreppe. Sie ist schmal und eng, und sie ist der einzige Weg nach oben. Für ältere Gäste ist der Aufstieg beschwerlich, klärt vorher, wer das schafft und wer unten wartet. Auch für mich ist sie eine Ansage: Ich stoße dort mit der Ausrüstung an die Wand, das muss man einkalkulieren. Die Aussichtsplattform. In jedem Prospekt steht, sie sei ein Garant für schöne Hochzeitsfotos. Meine Erfahrung ist eine andere: Das Geländer schneidet durch jedes Bild, und die Fernsicht über die Stadt nimmt der Aufnahme die Romantik, weil der Hintergrund unruhig wird. Hochgehen lohnt sich für euch und eure Gäste, fotografisch erwarte ich davon nichts, und das sollte auch niemand von mir erwarten. Der Zeitdruck. Die Trauungen liegen dicht hintereinander. Nach euch drängt die nächste Gesellschaft nach, und was ihr an Zeit im Saal bekommt, müsst ihr vorher erfragen. Das ist kein Problem, wenn es im Ablauf steht, und es wird eins, wenn man es am Hochzeitstag zum ersten Mal merkt.
Buchung und Praktisches
Die Buchung läuft in zwei Schritten, und die Reihenfolge ist wichtig. Zuerst reserviert ihr euren Wunschtermin bei der Elisenhöhe, also beim Betreiber des Turms. Erst danach fragt ihr beim Standesamt Wuppertal, ob die Trauung an diesem Termin dort stattfinden kann, das geht frühestens sechs Monate und zwei Wochen vorher. Nach der offiziellen Anmeldung beim Standesamt wird eure Reservierung final bestätigt. Wer es umgekehrt versucht, bekommt beim Standesamt keine Zusage: Ohne reservierten Ort nimmt es die Anfrage für eine Ambiente-Trauung gar nicht erst an. Parken ist unkompliziert. Am Ende der Zufahrt links abbiegen, dort liegt ein öffentlicher und kostenloser Parkplatz, das ist bei Trauorten in dieser Lage keine Selbstverständlichkeit.






























